September 2010

Das Problem anderer Leute


Stress und Konflikte mit anderen Menschen im Arbeitsalltag oder im privaten Umfeld haben ihre Ursache häufig in einem Problem der Perspektive.

Stress und Konflikte mit anderen Menschen im Arbeitsalltag oder im privaten Umfeld haben ihre Ursache häufig in einem Problem der Perspektive.

Sehr häufig neigen Menschen dazu, Ärger auf sich zu beziehen, statt ihn da zu lassen, wo er derzeit ist: Beim Gegenüber. Es ist eigentlich nicht zu verstehen, warum man denn - nur weil sich gerade jemand aufregt - nun auch verärgert sein soll, während man doch eigentlich gerade ein gutes Buch liest, eine Mail formuliert, zum Feierabend nach Hause kommt, die Sonne auf dem Balkon genießt....

Wenn Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden einen mit Ärger beladen, sollte man sich fragen, wo das echte, das dahinterliegende Problem liegt und wie man dem Gegenüber helfen kann, dieses Problem zu erkennen und zu lösen.

Die Grundhaltung muss sein, sich keineswegs das offenbar vorhandene Problem zu eigen zu machen, sondern zu helfen, das Problem des Anderen zu lösen. Selbst wenn man Urheber der Ursache der Verstimmung ist - diese Thematik kann erst gelöst werden, wenn der Gegenüber bereit ist, zuzuhören. Das erreicht man jedoch nur durch Empathie, also dadurch, dem Gegenüber zu zeigen, dass man sein Problem und seine Gefühle verstanden hat. Menschen, die sich nicht verstanden fühlen, sind selten zu sachlicher Kommunikation bereit.

So banal das klingt, ist es erstaunlich, wie häufig Lebenspartner oder Kollegen Ärger auf sich beziehen und dadurch selbst verägert reagieren. Und es ist doch völlig abwegig, anzunehmen, dass sich ein Problem lösen lässt, wenn beide Kommunikationspartner erhitzt und emotional angespannt sind. Die Situation auf eine sachliche Ebene zurückzuführen, ist da schwierig bis unmöglich.

Versuchen Sie es beim nächsten Streit mit dem Partner oder einem verärgerten Kollegen oder Vorgesetzten: Hören Sie genau hin und versuchen zu erkennen, worüber sich der Gegenüber ärgert. Bringen Sie die Beobachtung wertfrei zur Sprache. Und bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie verstehen (wollen), was das Problem ist und Sie an einer Lösung interessiert sind.

Buchtipp:

Marshall B. Rosenberg - "Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens." (auch als Hörbuch)

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